Deutsche Bank Kredit für Zahnärzte: Meine Erfahrungen (bei Praxisübernahmen und Großinvestitionen)

19. Februar 2026 | Freiberufler Ratgeber

Zahnärzte sind Top-Verdiener – aber auch Hochinvestoren

Zahnärzte gehören statistisch zu den einkommensstärkeren Freiberuflern.
Das klingt erstmal nach: Kredit? Kein Problem.
Aber eine Zahnarztpraxis ist eine der kapitalintensivsten Selbstständigkeiten überhaupt.
Behandlungsstühle
Röntgentechnik
Sterilisationssysteme
CAD/CAM
Digitalisierung
Umbau

Eine moderne Praxisübernahme oder Neugründung liegt schnell bei 500.000 € bis 1,2 Mio. €. Und das ist kein „nice to have“. Das ist Standard.


Warum viele Zahnärzte bei der Deutsche Bank landen

Bei solchen Volumina geht man selten zu kleinen Online-Anbietern.
Großbanken wie die Deutsche Bank sind im Bereich größerer Freiberufler-Finanzierungen erfahren. Gerade bei komplexen Strukturen (Übernahme + Umbau + Betriebsmittel) braucht es mehr als einen Standardkredit.

Was hier zählt:
Struktur
Laufzeit
Zinsbindung
Tilgungsmodell
Gesamtkapitaldienstfähigkeit

Das ist kein 30.000 €-Betriebsmittelkredit. Das ist ein strategischer Finanzierungsplan.


Typische Finanzierungssituationen bei Zahnärzten

Praxisübernahme vom Vorgänger
Neugründung im Neubau
Erweiterung um zusätzliche Behandlungsräume
Digitalisierung & High-End-Technik
Standortwechsel in bessere Lage

Besonders bei Übernahmen geht es nicht nur um Geräte – sondern um den ideellen Wert der Praxis (Goodwill). Und genau das macht Banken vorsichtig.


Meine Erfahrungswerte aus Praxisfinanzierungen

Ich habe mehrere Zahnärzte durch Finanzierungsprozesse begleitet. Und hier wird es spannend.

1. Der Kapitaldienst muss realistisch berechnet werden

Viele Zahnärzte rechnen mit den Umsätzen des Vorgängers – als wären sie garantiert.

Das ist gefährlich.

Patientenbindung
Standortfaktoren
Persönliche Reputation
Abwanderungsquote

All das beeinflusst die reale Ertragslage nach Übernahme.

Banken rechnen konservativ. Und das ist auch gut so.


2. Tilgungsfreie Jahre sind Gold wert

Gerade in den ersten 12–24 Monaten einer Übernahme ist Liquidität entscheidend.

Anlaufkosten, Umstellungen, Marketing, Personalstruktur – alles braucht Zeit.

Hier können tilgungsfreie Anlaufjahre den Unterschied machen.


3. Eigenkapital beeinflusst massiv die Konditionen

Wer 10–20 % Eigenkapital einbringt, bekommt deutlich bessere Konditionen.

Viele Zahnärzte unterschätzen das – weil sie auf ihr hohes zukünftiges Einkommen setzen.

Aber Banken bewerten Risiko, nicht Potenzial.


Ein realistisches Szenario

Ein 33-jähriger Zahnarzt übernimmt eine etablierte Praxis für 900.000 € inklusive Gerätepark.

Finanzierung über 12 Jahre.

Entscheidend ist:

Bleiben 80–90 % der Patienten?
Ist das Team stabil?
Ist der Standort gesichert?

Wenn diese Faktoren stimmen, ist eine strukturierte Finanzierung über eine Großbank absolut sinnvoll.

Wenn nicht, wird es schnell riskant.


Der größte Denkfehler bei Zahnärzten

„Das läuft schon – Zahnmedizin wird immer gebraucht.“
Stimmt grundsätzlich. Aber nicht jede Praxis läuft automatisch auf gleichem Niveau weiter.
Standort, Konkurrenz, Digitalisierung, Spezialisierung – alles spielt eine Rolle.Und ein hoher Kredit verzeiht keine Fehlplanung.


Für wen eine Deutsche Bank Finanzierung sinnvoll ist

Sinnvoll für:Große Praxisübernahmen
Neugründungen mit klarer Marktanalyse
Langfristige Investitionen
Strukturierte, konservative Planung

Weniger geeignet für:Kurzfristige Liquiditätsprobleme
Unklare Übernahmesituationen
Spekulative Expansion ohne Zahlenbasis


Zahnarztpraxen sind starke Geschäftsmodelle – aber sie erfordern professionelle Finanzierung.
Eine strukturierte Finanzierung über eine Großbank wie die Deutsche Bank kann absolut sinnvoll sein, wenn Planung und Kapitaldienst realistisch kalkuliert sind.
Wer hier emotional entscheidet, verschuldet sich unnötig hoch.
Wer nüchtern plant, baut sich eine extrem stabile unternehmerische Basis auf.