Deutsche Bank Praxisfinanzierung: Meine Erfahrungswerte für niedergelassene Ärzte

12. Februar 2026 | Freiberufler Ratgeber

Arzt sein heißt nicht automatisch: Kredit problemlos

Viele denken: Ärzte bekommen doch immer Kredit. Sicherer Beruf, gutes Einkommen, stabile Branche.
In der Theorie ja.
In der Praxis ist es komplizierter. Eine Praxisübernahme oder Neugründung kostet schnell mehrere hunderttausend Euro. Geräte, Umbau, IT, Personal, laufende Kosten – da sprechen wir nicht über 20.000 €, sondern oft über sechsstellige Beträge.
Und plötzlich wird selbst für einen Arzt Finanzierung sehr real.


Warum gerade bei Praxisfinanzierung viel auf dem Spiel steht

Eine Arztpraxis ist kein kleines Nebenprojekt. Es ist unternehmerisches Risiko.
Du verpflichtest dich oft für viele Jahre.
Du kalkulierst mit Patientenzahlen, KV-Abrechnung, Privatanteil.
Du investierst in Medizintechnik, die in fünf Jahren vielleicht schon wieder veraltet ist.
Fehlkalkulationen können teuer werden. Sehr teuer.

Deshalb sind Banken bei Praxisfinanzierungen zwar grundsätzlich offen – aber sie prüfen extrem gründlich.


Warum viele Ärzte bei der Deutsche Bank landen

Die Deutsche Bank gehört zu den großen Playern im Bereich Unternehmenskredite und betreut auch Freiberufler und Mediziner. Gerade bei größeren Finanzierungsvolumina wird häufig auf etablierte Großbanken zurückgegriffen.
Der Vorteil: Struktur, Erfahrung mit komplexen Finanzierungen, größere Kreditrahmen.
Der Nachteil: Weniger „familiär“ als regionale Institute.


Meine Erfahrungswerte zur Kreditvergabe bei Praxisfinanzierungen

Ich spreche hier bewusst von Mustern, die ich immer wieder sehe.

1. Der Businessplan entscheidet

Bei einer Praxisübernahme reicht es nicht, Arzt zu sein.
Die Bank will Zahlen sehen.

Patientenstruktur
Umsatzhistorie der alten Praxis
Investitionsplanung
Liquiditätsvorschau
Risikobewertung

Und ja – das ist aufwendig. Aber bei Beträgen von 300.000 €, 500.000 € oder mehr ist das nachvollziehbar.

Wer hier sauber vorbereitet ist, merkt schnell: Das Gespräch läuft professionell, nicht misstrauisch.

2. Sicherheiten & Eigenkapital spielen eine Rolle

Je höher das Eigenkapital, desto entspannter wird die Struktur.
Wer komplett ohne Rücklagen startet, bekommt zwar oft trotzdem Finanzierung – aber die Konditionen spiegeln das Risiko wider.

Hier trennt sich die Spreu vom Weizen: Wer unternehmerisch denkt, plant Eigenkapital ein.

3. Die Konditionen sind oft besser als bei Fintechs – aber langsamer

Großbanken wie die Deutsche Bank sind nicht auf „48 Stunden Auszahlung“ ausgelegt.
Dafür bekommt man in der Regel langfristige Finanzierungsmodelle mit stabilen Zinssätzen.

Für Praxisfinanzierungen ist das meist sinnvoller als kurzfristige Lösungen.


Ein realistisches Szenario aus der Praxiswelt

Eine junge Fachärztin übernimmt eine bestehende Praxis. Kaufpreis 420.000 €, dazu 80.000 € Modernisierung und neue Geräte.
Gesamtfinanzierung: 500.000 €.
Hier geht es nicht um „mal eben Kredit“, sondern um eine langfristige Struktur mit Laufzeiten von 10–15 Jahren. Genau dafür sind Großbanken konzipiert.
Wichtig ist, dass der Kapitaldienst aus den erwarteten Praxisgewinnen realistisch tragbar ist – nicht nur im Best-Case-Szenario.


Wo Ärzte häufig Fehler machen

Viele unterschätzen die unternehmerische Komponente.
Sie denken medizinisch, nicht betriebswirtschaftlich.
Ein Kredit ist kein Selbstläufer, nur weil man approbiert ist.
Liquiditätsplanung, Rücklagenbildung und Risikomanagement sind entscheidend.


Für größere Praxisfinanzierungen ist eine Großbank wie die Deutsche Bank oft eine solide Wahl. Die Prozesse sind strukturiert, die Volumina machbar, die Laufzeiten planbar.
Wer schnelle, kleine Liquiditätskredite sucht, wird hier eventuell Geduld brauchen.
Aber für langfristige, strategische Investitionen im sechsstelligen Bereich ist eine etablierte Bankstruktur häufig sinnvoller als ein kurzfristiger Online-Kredit.