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Finanzamt-Schock vermeiden: Warum ich mein Sparkassen-Konto für Kontist gekündigt habe (Der Steuer-Hack)

24. November 2025 · Moderator

Ich bin Fotograf und Videograf. Ich liebe es, durch die Linse zu schauen, das perfekte Licht zu finden und Momente einzufangen. Was ich hasse? Buchhaltung. Excel. Und vor allem: Briefe vom Finanzamt.
Jahrelang war ich bei meiner lokalen Sparkasse. Ich hatte da so ein „Geschäftsgirokonto“ für 12 Euro im Monat. Das konnte eigentlich nichts, außer Geld empfangen und senden.Mein
Problem war immer folgendes:

Ich stelle eine Rechnung über 3.000 Euro für eine Hochzeit. Das Geld kommt rein. Ich sehe „+3.000 Euro“ auf dem Konto. Ich denke: „Geil, ich bin reich!“
Ich kaufe mir ein neues Objektiv für 1.500 Euro und gehe schick essen.
Ein Jahr später sagt das Finanzamt: „Hey Alex, von den 3.000 Euro gehörten uns aber 19% Umsatzsteuer und ca. 30% Einkommensteuer. Bitte überweise uns 1.200 Euro. Sofort.“

Mein Kontostand? 50 Euro.
Panik. Herzrasen. Dispo überziehen.
Genau deshalb habe ich zur Neobank Kontist gewechselt. Die versprechen nämlich, dass das nie wieder passiert. Ob das nur Marketing-Bla-Bla ist oder wirklich funktioniert, habe ich getestet.

Das Problem mit dem „Mischmasch-Konto“

Bei der Sparkasse (und bei vielen anderen Banken) siehst du nur eine Zahl: Den Gesamtsaldo.
Du musst im Kopf selbst ausrechnen: „Wie viel davon gehört mir eigentlich?“
Als Kreativer bin ich Optimist. Ich runde im Kopf immer zu meinen Gunsten. Das ist tödlich.
Ich habe ständig Geld ausgegeben, das eigentlich dem Staat gehörte. Das nennt man „Steuerfalle“. Und glaubt mir, die schnappt immer dann zu, wenn man es am wenigsten brauchen kann.

Kontist: Das Konto mit dem Steuer-Gehirn

Ich habe Kontist vor 6 Monaten eröffnet. Die Identifizierung ging per Video-Call, dauerte 8 Minuten. Die Banklizenz im Hintergrund kommt von der Solarisbank, das Geld ist also sicher (Einlagensicherung).

Der eigentliche Grund für den Wechsel war aber das Feature „Automatische Steuerrücklagen“.

Wie funktioniert der Magic Trick?

Das ist fast schon gruselig gut.

  1. Ich verknüpfe Kontist mit meinem Buchhaltungstool (bei mir lexoffice, geht aber auch mit anderen).
  2. Eine Zahlung von 3.000 Euro geht ein.
  3. Die App erkennt: Aha, Einnahme.
  4. Sie nimmt automatisch die 19% Umsatzsteuer (570 €) und schiebt sie auf ein virtuelles Unterkonto.
  5. Sie berechnet (basierend auf meinem Profil) meine voraussichtliche Einkommensteuer (sagen wir 25%) und schiebt die auch weg.

Das Ergebnis:

Auf meinem Hauptkonto werden mir nur noch ca. 1.700 Euro als „Verfügbar“ angezeigt.
Das ist die Wahrheit. Das ist das Geld, das wirklich mir gehört. Den Rest rühre ich nicht an, weil er auf den Unterkonten geparkt ist.

Integration & Kosten: Nichts für Sparfüchse

Jetzt kommt der Haken.

Das Feature mit der automatischen Steuerberechnung ist nicht im kostenlosen Tarif („Free“) enthalten. Dafür braucht man den „Premium“ Tarif (kostet aktuell rund 9 Euro im Monat) oder das „Duo“ Paket mit Buchhaltung.
9 Euro im Monat für ein Konto? Bei N26 oder Fyrst zahle ich weniger oder gar nichts.

Aber: Ich habe mal nachgerechnet.

Letztes Jahr musste ich 150 Euro Säumniszuschlag an das Finanzamt zahlen, weil ich eine Vorauszahlung verpennt hatte. Dazu die Zinsen für den Dispo, weil ich das Steuergeld nicht parat hatte.

Dagegen sind die 9 Euro (ca. 108 Euro im Jahr) ein Witz. Ich kaufe mir hier quasi „Seelenfrieden“.

Die Karte & App

Die Visa-Karte (Debit) funktioniert tadellos. Was cool ist: Wenn ich damit tanke oder Equipment kaufe, bekomme ich sofort eine Push-Nachricht: „Beleg scannen!“.
Ich fotografiere den Beleg, die App verknüpft ihn mit der Transaktion und schiebt ihn direkt in meine Buchhaltung. Mein Steuerberater weint vor Glück, weil er mir nicht mehr wegen fehlenden Tankquittungen hinterherrennen muss.

Mein Fazit als Freelancer

Ist Kontist das beste Konto der Welt?
Technisch gesehen ist es eine simple Banking-App. Aber die Steuer-Intelligenz ist einzigartig.
Für Leute wie mich – Fotografen, Designer, Texter –, die gut in ihrem Job sind, aber chaotisch mit Zahlen, ist das Ding lebensrettend.

Vorteile:

  • Nie wieder Geld ausgeben, das dem Finanzamt gehört.
  • Echtzeit-Synchronisation mit lexoffice/sevDesk.
  • Papierkram wird digitalisiert.

Nachteile:

  • Kostet monatlich Geld (im Premium-Tarif).
  • Kein klassischer Bankschalter (Bargeld einzahlen ist nervig/teuer).

Ich schlafe seitdem besser. Wenn der Brief vom Finanzamt kommt, lächle ich müde, öffne die App und überweise das Geld vom Steuer-Unterkonto.
Fühlt sich an wie cheaten, ist aber einfach nur smart.

Wie organisiert ihr eure Steuern? Habt ihr ein extra Tagesgeldkonto oder lebt ihr auch „von der Hand in den Mund“ und hofft auf das Beste?

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