Praxis-Upgrade auf Pump? Meine iwoca Erfahrungen als selbstständiger Physiotherapeut
Heute wird’s mal medizinisch. Oder besser gesagt: Es geht um die, die uns wieder einrenken, wenn wir zu lange im Bürostuhl gehangen haben. Ich hab mich neulich lange mit einer befreundeten Physiotherapeutin unterhalten und mir mal genau angesehen, wie das läuft, wenn man eine eigene Praxis hat und plötzlich investieren muss.
Das Szenario ist nämlich oft frustrierend: Dein Wartezimmer ist voll, der Terminkalender platzt aus allen Nähten. Aber auf dem Konto herrscht Ebbe. Warum? Weil die Abrechnungszentren der Krankenkassen sich mal wieder Zeit lassen. Ihr kennt das Spiel. Und genau in dem Moment geht deine wichtigste Behandlungsliege kaputt oder – noch verlockender – es gibt dieses sündhaft teure Stoßwellengerät gerade im Angebot, mit dem du dein Angebot erweitern könntest.
Die Hausbank sagt: „Kommen Sie in zwei Wochen zum Termin.“ Das Angebot gilt aber nur noch drei Tage.
Hier kommt iwoca ins Spiel. Ich hab mir den Anbieter für euch mal genauer angeschaut und durchgerechnet.
Was ist iwoca eigentlich? Kein normaler Kredit!
Das Wichtigste vorab: iwoca ist keine klassische Bank für einen Ratenkredit über 5 Jahre. Das ist eher wie ein extrem flexibler Dispo für Selbstständige. Die nennen das „Kreditrahmen“.
Das Prinzip hat mich echt überrascht. Du beantragst nicht stur 10.000 Euro, kriegst die und zahlst sie ab. Du bekommst einen Rahmen (z.B. 15.000 Euro) und kannst dir davon nehmen was du brauchst. Oder auch nicht.
Der Selbsttest: Anmeldung und Hosen runterlassen
Für den Test haben wir eine Finanzierung für ein neues Praxisgerät durchgespielt.
Der Prozess ist – und da muss ich die echt loben – verdammt fix. Du musst dich online registrieren und dann deine geschäftlichen Kontoauszüge hochladen (oder das Konto direkt verknüpfen, was schneller geht).
Ja, auch hier wieder der digitale Striptease. Aber mal ehrlich: Wer als Selbstständiger Geld will, muss nunmal zeigen, dass auch was reinkommt.
Was mir aufgefallen ist: Die gucken nicht nur stur auf die Schufa oder den Gewinn vom letzten Jahr. Die schauen sich den aktuellen Cashflow an. Wenn du also viele Patienten hast und der Umsatz läuft, hast du gute Karten, auch wenn das letzte Steuerjahr vielleicht wegen Investitionen mau aussah.
Der Haken an der Sache (Lest das genau!)
Nach nicht mal einem Tag war das Angebot da.
Aber jetzt Achtung: Die Kosten.
Iwoca ist nicht billig. Wer plant, sich hier 20.000 Euro zu leihen und die über 5 Jahre gemütlich abzustottern, der wird arm. Die Zinsen werden monatlich berechnet. Das ist perfekt, wenn du weißt: „In 2 Monaten kommt die große Abrechnung von der Kasse, dann zahl ich alles sofort zurück.“
Denn das ist das Coole: Kostenlose Sondertilgung. Du kannst den Kredit jederzeit komplett zurückzahlen ohne Vorfälligkeitsentschädigung. Das gibts bei kaum einer klassischen Bank so einfach.
Für wen lohnt sich das also?
Als Physio oder Heilpraktiker ist das Ding genial, um Liquiditätsengpässe zu überbrücken.
Beispiel:
- Du kaufst das Gerät für 5.000 Euro über iwoca.
- Du behandelst damit Patienten.
- Drei Monate später kommt das Geld der Kasse/Privatpatienten rein.
- Du zahlst den Kredit sofort zurück.
Dann hast du zwar für 3 Monate Zinsen gezahlt (die sind schon spürbar), aber du konntest das Gerät sofort nutzen und Umsatz machen. Das rechnet sich. Wenn du das Geld aber einfach nur nimmst um Löcher zu stopfen ohne Aussicht auf Geldeingang – Finger weg!
Iwoca ist wie ein starkes Schmerzmittel: Wirkt extrem schnell und löst das akute Problem, sollte man aber nicht als Dauernahrung nehmen.
Für alle Praxisinhaber, die flexibel bleiben wollen und keinen Bock auf Banktermine haben, ist das eine echte Waffe. Man muss nur diszipliniert beim Rückzahlen sein.
Nutzt ihr sowas wie Factoring oder Kurzzeitkredite für eure Praxis oder wartet ihr lieber, bis das Geld auf dem Konto ist? Schreibt mir mal, wie ihr diese Durststrecken bei der Abrechnung überbrückt!