Wie du mit einer Umschuldung deine monatlichen Kosten halbierst (und endlich wieder ruhig schlafen kannst)
Kennst du das Gefühl, wenn du am Monatsanfang auf dein Geschäftskonto schaust und erst mal tief durchatmen musst?
Da geht am 1. die Rate für das Auto ab. Am 3. bucht der Elektronikmarkt für den Laptop ab. Am 15. zieht die Kreditkarte ein und zwischenduch bist du eh dauernd im Dispo, weil die Kundenmoral zu wünschen übrig lässt.
Irgendwann habe ich mal auf meine Auszüge geschaut und dachte mir: „Alex, was machst du hier eigentlich?“ Ich hatte fünf verschiedene Baustellen offen. Überall gingen kleine und große Beträge ab. Ich hatte komplett den Überblick verloren, wie viel Schulden ich eigentlich wirklich habe. Und das Schlimmste: Ich habe Zinsen gezahlt, dass mir schlecht wurde.
Wenn es dir ähnlich geht, dann ist heute der Tag, an dem wir aufräumen. Das Zauberwort heißt: Umschuldung.
Was ist Umschuldung eigentlich? (Und warum es genial ist)
Klingt erst mal trocken und nach Bank-Deutsch, ist aber eigentlich ganz simpel: Du nimmst einen großen Kredit auf, um damit alle deine vielen kleinen Kredite auf einen Schlag abzulösen.
Warum solltest du das tun? Ganz einfach:
- Zinsersparnis: Dein Dispo kostet dich vielleicht 12%. Deine überzogene Kreditkarte 15%. Ein vernünftiger Ratenkredit für Freiberufler liegt derzeit vielleicht bei 5-8%. Wenn du das teure Geld durch billiges Geld ersetzt, sparst du jeden Monat bares Geld.
- Klarheit: Statt 5 Abbuchungen zu verschiedenen Zeiten hast du nur noch eine Rate im Monat. Du weißt genau: Am 1. gehen 400 Euro weg und der Rest gehört mir.
- Besseres Rating: Klingt komisch, ist aber so. Für die Schufa sieht es oft besser aus, einen geordneten Kredit zu haben, als fünf Kleinkredite und einen ausgereizten Dispo. Das signalisiert: Hier hat jemand aufgeräumt.
Der Fehler, den fast alle machen
Viele Freiberufler trauen sich nicht an das Thema ran. Sie denken: „Ich habe doch schon Schulden, mir gibt doch keiner noch einen Kredit!“
Das ist ein Denkfehler.
Wenn du zur Bank gehst und sagst „Ich brauche 30.000 Euro für Investitionen“, dann schauen die auf deine bestehenden Schulden und sagen vielleicht Nein, weil die Gesamtbelastung zu hoch wäre.
ABER: Wenn du sagst „Ich brauche 30.000 Euro zur Umschuldung“, dann rechnet die Bank ganz anders. Sie weiß ja, dass du keine neuen Schulden machst, sondern nur die alten verschiebst. Die monatliche Belastung sinkt ja sogar oft dadurch. Das Risiko für die Bank wird also nicht größer, sondern deine Haushaltsrechnung wird besser. Deswegen sind Umschuldungskredite für Selbstständige oft leichter zu bekommen als frisches Kapital.
Schritt-für-Schritt: So räumst du auf
Lass uns das mal praktisch angehen. Ich hab das damals an einem verregneten Sonntag gemacht und es hat sich angefühlt wie eine Befreiung.
1. Kassensturz machen
Nimm dir ein Blatt Papier oder eine Excel-Tabelle. Schreib alles auf, was offen ist:
- Restschuld Auto
- Offener Dispo-Betrag
- Saldo Kreditkarte
- Sonstige Ratenzahlungen
Summiere das. Sagen wir, du kommst auf 25.000 Euro.
2. Ablösesummen checken
Schau in deine alten Verträge. Kannst du die Kredite jederzeit ablösen? Bei Ratenkrediten ist das gesetzlich geregelt. Die Bank darf maximal 1% der Restschuld als „Vorfälligkeitsentschädigung“ verlangen. Das sind bei 10.000 Euro gerade mal 100 Euro. Das hast du durch die Zinsersparnis meistens schon im ersten Monat wieder drin.
3. Den neuen Kredit suchen
Jetzt suchst du gezielt nach einem „Kredit zur Umschuldung“. Gib das auch so im Verwendungszweck an! Das ist super wichtig für das Scoring.
Nutze Vergleichsportale oder spezialisierte Vermittler für Freiberufler. Gib die volle Summe an (in unserem Beispiel 25.000 Euro).
4. Laufzeit strecken (Der Psycho-Trick)
Hier ist mein Lieblingstipp: Wenn du die Laufzeit des neuen Kredits etwas länger wählst als die der alten Kredite, sinkt deine monatliche Rate extrem. Beispiel: Du zahlst aktuell für alles zusammen 800 Euro im Monat. Mit dem neuen Kredit über 60 oder 72 Monate zahlst du vielleicht nur noch 450 Euro. Plötzlich hast du jeden Monat 350 Euro mehr Liquidität auf dem Konto! Das nimmt dir den Druck raus, wenn mal ein Kunde später zahlt.
Ein Wort der Warnung
Eine Umschuldung ist ein mächtiges Werkzeug. Aber es funktioniert nur, wenn du konsequent bist. Wenn du den Dispo mit dem neuen Kredit ausgeglichen hast, dann rühre ihn nicht wieder an! Das ist die große Falle. Viele gleichen das Konto aus, fühlen sich reich und zwei Monate später ist der Dispo wieder im Minus. Dann hast du doppelte Schulden.
Mein Tipp: Lass den Dispo-Rahmen bei der Bank kürzen, sobald er ausgeglichen ist. Selbstschutz und so. 😉
Fazit: Mach reinen Tisch!
Es gibt kaum ein besseres Gefühl, als diese ganzen nervigen kleinen Abbuchungen loszuwerden. Du gewinnst Kontrolle zurück und sparst Zinsen.
Hast du auch so einen „Zoo“ an kleinen Finanzierungen oder bist du da strikt? Ich kann dir nur raten: Nimm dir die Stunde Zeit für den Kassensturz. Es lohnt sich.
Viel Erfolg beim Aufräumen,