KSK-Arbeitseinkommen: Warum ich eigene Sozialbeiträge nicht als Betriebsausgabe abziehe
Was vom Honorar nach allen Zahlungen übrig bleibt, ist für mich eine wichtige Zahl. Für die Meldung an die Künstlersozialkasse würde ich sie aber nicht ungeprüft als Arbeitseinkommen übernehmen. Besonders bei den eigenen Sozialversicherungsbeiträgen lohnt sich eine klare Trennung: Sie belasten das persönliche Budget, gehören bei dieser Berechnung aber nicht einfach zu den betrieblichen Ausgaben.
Gerade jetzt, während die KSK die Meldung für 2027 bereitstellt, möchte ich die Ausgangszahlen sauber ordnen. Es geht hier um selbstständige künstlerische oder publizistische Tätigkeit und die dafür maßgebliche Meldung. Nicht jede freiberufliche Tätigkeit fällt automatisch in diesen Bereich. Für eine eigene Kreditplanung bleiben außerdem andere Abzüge wichtig, auch wenn sie in der Einkommensmeldung anders behandelt werden.
Arbeitseinkommen ist nicht das Geld nach allen privaten Abflüssen
Die KSK beschreibt das Arbeitseinkommen als Differenz aus Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben nach den allgemeinen steuerlichen Gewinnermittlungsregeln. Bei den Ausgaben nennt sie ausdrücklich eine Abgrenzung: Beiträge zur eigenen Sozialversicherung sind dort keine Betriebsausgaben. Das zu versteuernde Einkommen ist für diese Meldung ebenfalls nicht die gesuchte Größe.
Ich würde deshalb nicht aus einem Kontostand oder einer privaten Monatsübersicht rückwärts einen vermeintlichen KSK-Gewinn bilden. Solche Übersichten beantworten eine andere Frage. Die Meldung benötigt eine sachlich passende Berechnungsgrundlage. Unklare Zuordnungen würde ich mit meinen Unterlagen fachlich klären lassen, bevor ich eine Zahl übermittle.
Meine Übersicht bekommt zwei getrennte Rechenwege
Der betriebliche Ausgangspunkt
Zuerst sammle ich die zur Tätigkeit gehörenden Einnahmen und die steuerlich anerkannten betrieblichen Ausgaben. Ich notiere, auf welche Unterlagen und welchen Zeitraum sich die Werte stützen. Eine geplante Ausgabe wird nicht allein deshalb zum passenden Abzug, weil sie irgendwie mit meinem Berufsleben zusammenhängt. Für ungeklärte Positionen lege ich eine eigene Fragenliste an.
Bei einer Prognose interessiert mich zusätzlich, welche Veränderungen gegenüber dem bisherigen Verlauf nachvollziehbar sind. Ich würde weder einen einmaligen starken Monat auf das ganze Jahr übertragen noch einen noch unbestätigten Auftrag wie bereits verdientes Honorar behandeln. Die Schätzung soll auf einer begründbaren Grundlage stehen und nicht auf dem Wunsch nach einem bestimmten Beitrag.
Der verfügbare Betrag für mein persönliches Budget
Danach erstelle ich eine zweite Übersicht für tatsächliche Geldabflüsse. Hier bleiben die eigenen Sozialbeiträge selbstverständlich relevant: Sie müssen bezahlt werden und fehlen anschließend für Miete, Lebenshaltung oder eine Kreditrate. Dass sie in der KSK-Berechnung nicht als Betriebsausgabe abgezogen werden, macht sie nicht zu frei verfügbarem Geld.
Auch zeitliche Unterschiede kennzeichne ich. Ein rechnerischer Jahresgewinn ist nicht automatisch der Betrag, der in jedem einzelnen Monat auf dem Konto liegt. Ich prüfe deshalb Zahlungstermine und Reserven gesondert. Diese Planung kann von der Einkommensmeldung ausgehen, darf aber nicht mit ihr verwechselt werden.
Eine kleinere Meldung ist kein Ersatz für eine richtige Zuordnung
Ich würde eigene Beiträge nicht doppelt abziehen, um eine vermeintlich realistischere Zahl zu erhalten. Wenn die laufende Entwicklung anders ausfällt als erwartet, braucht es stattdessen eine Prüfung des dafür vorgesehenen Änderungswegs. Im Beitrag zur Änderung einer KSK-Einkommensschätzung trenne ich diesen Vorgang von einer rückwirkend unterstellten Liquiditätsentlastung.
Vor dem Kreditgespräch bleiben beide Ergebnisse sichtbar
Mein nächster Schritt wäre eine nachvollziehbare Gewinnübersicht und daneben ein Zahlungsplan nach den tatsächlich zu tragenden Abflüssen. Ich beschrifte beide Ergebnisse eindeutig. So kann ich die Grundlagen erklären, ohne aus einer Beitragsmeldung eine fertige Aussage zur tragbaren Kreditrate zu machen. Die saubere Trennung hilft mir mehr als eine einzelne Zahl, in der betriebliche und persönliche Positionen unbemerkt vermischt sind.